Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung von Teil 1 unserer Reihe, in welchem bereits die Grundlagen von BorgBackup vorgestellt wurden.

Nachfolgend werden weitere Tools und Einsatzmöglichkeiten gezeigt, die den Umgang mit BorgBackup erleichtern sowie auf Windows ermöglichen.

Automatisierung Borgmatic

Borgmatic ist ein Werkzeug, das die Definition von Sicherungs- und Wartungsaufgaben durch BorgBackup mittels Konfigurationsdateien im YAML-Format ermöglicht. Damit wird eine übersichtlichere Konfiguration ermöglicht sowie die vereinfachte Durchführung von wiederkehrenden Aufgaben, wie das Erstellen einer Sicherung, Integritätsprüfungen, Löschen von alten Sicherungen etc..

Eine Konfigurationsdatei sieht beispielsweise wie folgt aus:

Die obige Konfigurationsdatei stellt jedoch nur einen Auszug der verfügbaren Optionen dar. In der Dokumentation ist eine Beispieldatei angegeben, die alle Konfigurationsoptionen enthält.

Borgmatic bietet dabei einige hilfreiche Funktionen:

  • Durch die Angabe mehrerer Repositorys können Backups redundant, also auf mehreren Zielsystemen, erfolgen.
  • Automatische Integritätsprüfung der Sicherungen (Repository, im Repository enthaltene Archive, Daten innerhalb der Archive etc.)
  • Einbinden von Drittanbieterdiensten, die bei Ausbleiben einer Sicherung eine Benachrichtigung erzeugen.
  • u.v.m.

Ist die Konfiguration erfolgt, kann diese mittels --dry-run getestet werden. Hierbei wird eine Sicherung simuliert, ohne dass ein Sicherungsarchiv angelegt wird.

Eine echte Sicherung inklusive aller etwaig definierten Integritätstests wird durchgeführt, wenn der Parameter --dry-run weggelassen wird. Insbesondere bei automatisierten bzw. regelmäßigen Sicherungen bietet sich die Erzeugung von Logdateien an. Diese können mit den Parametern --log-file und --log-file-verbosity erzeugt werden:

Neben dem Anlegen einer Sicherung und der Integritätsprüfung kann borgmatic ebenfalls für die Wiederherstellung von bzw. den Zugriff auf alte Sicherungen genutzt werden. Mittels nachfolgendem Befehl kann – analog zu borg mount wie im vorausgegangenen Blogpost beschrieben – ein Repository als FUSE Dateisystem eingebunden werden:

 

BorgBackup auf Windows mittels Windows Subsystem for Linux (WSL)

Leider wird Windows von BorgBackup nicht nativ unterstützt. Dennoch ist es mit ein paar „Tricks“ möglich, BorgBackup ebenfalls auf Windows auszuführen. Gängige Ansätze sind hierbei die Nutzung von Cygwin oder Windows Subsystem for Linux (WSL).

Zwar liefen erste Tests von BorgBackup mittels WSL zufriedenstellend, jedoch ist dieser Ansatz aktuell noch als experimentell eingestuft und mit entsprechender Vorsicht zu genießen.

Nachfolgend werden die wesentlichen Schritte zur manuellen Installation und Einrichtung von WSL 2 vorgestellt. Eine ausführliche Anleitung zur Installation von WSL 1 bzw. WSL 2 wird von Microsoft zur Verfügung gestellt.

Die Nutzung von WSL 2 erfordert Windows 10 in mindestens der folgenden Version:

  • x64-Systeme: Version 1903 oder höher mit Build 18362 oder höher
  • ARM64-Systeme: Version 2004 oder höher mit Build 19041 oder höher

Achtung: Die nachfolgenden Schritte führen zu erheblichen Konfigurationsänderungen an Ihrem System. Bitte stellen Sie sicher, dass Sie bereits über eine aktuelle (manuelle) Datensicherung verfügen, bevor Sie fortfahren!

Anmerkung: Die nachfolgenden Schritte beschreiben das Vorgehen zum Stand August 2021. Bitte konsultieren Sie die offizielle Anleitung und prüfen Sie, ob sich das Vorgehen zwischenzeitlich geändert hat.

  1. Zunächst wird Windows-Subsystems für Linux sowie die Funktion des virtuellen Computers aktiviert:
  2. Anschließend muss das Updatepaket von Microsoft heruntergeladen und installiert werden.
  3. Nun wird WSL 2 als Standardversion festgelegt:
  4. Anschließend kann ein Linux-Derivat wie bspw. Debian über den Microsoft Store heruntergeladen und installiert werden.
  5. Das zuvor installierte Linux System (bspw. „Debian“ wie im obigen Beispiel) kann nun über das Startmenü gestartet werden
  6. Im nun gestarteten Linux System wird BorgBackup und Borgmatic installiert:
  7. Abschließend empfiehlt sich die Durchführung eines kurzen Funktionstests, dabei kann bspw. ein (temporäres) Repository angelegt und eine Demo-Sicherung durchgeführt werden, wie im folgenden Beispiel dargelegt:

Soll die Sicherung von oder auf anderen Datenträgern erfolgen, können diese mittels folgendem Befehl (hier für das Laufwerk D:\) in die laufende Linux-Sitzung eingebunden werden:


Nach erfolgter Konfiguration kann die Sicherung nun gestartet werden, beispielsweise mit nachfolgendem Befehl:

Ausblick

Die Sicherheit beim Einsatz von BorgBackup kann sowohl bei der Datenquelle als auch beim Backupziel durch den Einsatz von Containern weiter gehärtet werden. Dieses Thema wird im dritten und letzten Blogpost dieser Reihe vorgestellt.

Lesen Sie jetzt Teil 3.