Allgemein

Der Cyber Resilience Act (CRA) in Bezug auf Pentests

Macht der Cyber Resilience Act Penetrationstests zur Pflicht?

Nein — und trotzdem kommt kaum ein Hersteller ohne strukturierte Sicherheitstests aus. Warum beides gleichzeitig stimmt, und welche Frage wirklich zählt.

„Schreibt der Cyber Resilience Act jetzt Penetrationstests vor?“ — diese Frage bekommen wir seit Monaten. Die ehrliche Antwort ist: Nein. Und trotzdem führt für die meisten Hersteller kein Weg an strukturierten Sicherheitstests vorbei. Beides stimmt gleichzeitig — und genau in diesem scheinbaren Widerspruch liegt der Punkt, den viele Unternehmen 2026 noch unterschätzen.

Der Cyber Resilience Act (Verordnung (EU) 2024/2847) ist bewusst methodenneutral. Er nennt keine konkrete Testtechnik — weder „Penetrationstest“ noch „Fuzzing“ noch „DAST“ tauchen als vorgeschriebene Verfahren im verbindlichen Verordnungstext auf. Was er verlangt, ist der Nachweis, dass ein Produkt wirksam getestet wurde. Und den liefert keine […]

Von |2026-08-18T18:21:30+02:007. August 2026|

Cisco IMC: Wenn die Fernwartung zur Hintertür wird – CVE-2026-20200

Out-of-Band-Management-Systeme gehören in modernen Rechenzentren zur Grundausstattung. Sie erlauben es Administratoren, Server auch dann zu verwalten, wenn das eigentliche Betriebssystem längst nicht mehr reagiert – vom Neustart über Firmware-Updates bis hin zur kompletten Neuinstallation. Jeder Hersteller setzt dabei auf sein eigenes Ökosystem, HP auf „HO Integrated Lights-Out“ (HP iLO), Dell auf „integrated Dell Remote Access Controller“ (iDRAC), und Cisco auf den Cisco Integrated Management Controller (Cisco IMC). Letzteres kommt dabei auf den weit verbreiteten Cisco UCS C-Series Rack-Servern und S-Series Storage-Servern zum Einsatz.

Gerade diese Systeme sind aus Angreifersicht besonders attraktiv: Wer den Management-Controller kontrolliert, sitzt faktisch „unterhalb“ des Betriebssystems. Der IMC kann das BIOS aktualisieren, SecureBoot konfigurieren und damit direkt mit den auf dem Server laufenden Betriebssystemen interagieren. So gesehen, ein Betriebssystem für das Betriebssystem. […]

Von |2026-08-18T18:25:42+02:005. August 2026|

33 Sekunden – so lange dauert es, bis ein neuer Webserver angegriffen wird

Stellen Sie sich vor, Sie eröffnen ein Geschäft – und bevor das Türschild richtig hängt, stehen schon die ersten Einbrecher davor und prüfen, ob das Schloss hält.

Wer schon einmal einen Webserver betreut hat, kennt dieses Phänomen: Sie sind ständig Anfragen von automatisierten Crawlern und Bots ausgesetzt – und das oft schon in den ersten Sekunden nach der initialen Inbetriebnahme.

In diesem Blog-Post wollen wir untersuchen, woher diese Bots kommen und wonach sie suchen. Außerdem zeigen wir einige Möglichkeiten, wie Bots neue Webdienste überhaupt finden und wie Sie Ihren Webserver am effektivsten gegen automatisierte Angriffe schützen.

[…]

Von |2026-08-18T18:28:05+02:006. Mai 2026|

Hacktivismus und Kritische Infrastruktur: Eine neue Bedrohung

Einleitung

Als die Gruppe Vulcan – mutmaßlich ein pro-russisches Hacktivismusnetzwerk – das Berliner Stromnetz angriff, wurde weder Lösegeld gefordert noch wurden Daten gestohlen. Das Ziel war einfacher: den Betrieb lahmlegen und ein öffentlichkeitswirksames Zeichen setzen (Reuters). Dies ist das definierende Merkmal des Hacktivismus. Hacktivisten werden von Ideologie und Politik angetrieben; ihr primäres Ziel ist Sichtbarkeit und Verunsicherung der Gesellschaft.

Wer sind diese Hacktivisten – und worin unterscheiden sie sich?

Die meisten Organisationen haben ihre Cyberabwehr auf ein vertrautes Bedrohungsmodell ausgerichtet: einen gewinnorientierten Angreifer, der still vorgeht, unentdeckt bleiben möchte und etwas will, das Ihre Organisation besitzt – Daten, Zugangsdaten, geistiges Eigentum. Hacktivisten durchbrechen dieses Modell. Sichtbarkeit ist das Ziel, nicht das Risiko. Während konventionelle Cyberkriminelle großen Aufwand betreiben, um unentdeckt zu bleiben, agieren Hacktivisten genau umgekehrt. Sie […]

Von |2026-04-13T15:43:32+02:008. April 2026|

Was Firewalls nicht abfangen können

Der Vorfall in Berlin hat viele Organisationen aufhorchen lassen, nicht, weil besonders ausgefeilte Hacking-Techniken eingesetzt wurden oder komplexe IT-Schutzmechanismen umgangen wurden, sondern weil hier ein Eingriff in die physische Welt stattfand, dessen Auswirkungen auf kritische Infrastruktur und zehntausende Haushalte unmittelbar und greifbar waren, und der vor Augen führt, dass physische Angriffsvektoren in der alltäglichen (digitalen) Risikobetrachtung häufig unterschätzt werden.

Was auf den ersten Blick wie ein politisch motivierter Anschlag auf das Stromnetz wirkt, ist aus sicherheitstechnischer Sicht vor allem eines: ein Weckruf an Organisationen aller Größenordnungen, ihre physischen Schutzmaßnahmen nicht zu vernachlässigen.

In zahlreichen Unternehmen gilt physische Sicherheit als geregelt: Türen sind verschlossen, Zäune ziehen sich um das Gelände, Besuchende melden sich an. Auf dem Papier wirkt das nachvollziehbar und ausreichend, doch im Alltag verändern sich Abläufe […]

Von |2026-03-23T16:52:57+01:009. Januar 2026|

Mehrere Schwachstellen in UC eBanking Prime

NSIDE hat mehrere, zum Teil kritische Schwachstellen in UC eBanking Prime (Versionen 6.1.0 und 6.2.0) gefunden. Die Schwachstellen ermöglichen Angreifern unter bestimmten Umständen unautorisierten Zugriff zur UC eBanking-Prime-Webanwendung und damit zu sensiblen Daten wie Kontoständen und der Transaktionshistorie. Diese Schwachstellen werden nun im Rahmen eines Responsible-Disclosure-Prozesses offengelegt. Mit diesem Blogartikel möchten wir die zeitgleich veröffentlichten Advisorys NSIDE-SA-2025-001 und NSIDE-SA-2025-002 mit weiteren technischen Details ergänzen.

Einleitung

UC eBanking Prime ist eine On-Premise-Electronic-Banking-Lösung für Geschäftskunden der Hypovereinsbank (HVB)/UniCredit. Die Lösung besteht aus einer Webanwendung, die im Intranet des Kunden installiert wird, sowie einer Desktopanwendung namens OTC Client, die für die Anmeldung an der Webanwendung benötigt wird.

Im regulären Betrieb meldet sich der Benutzer zunächst mit einer sogenannten „Keybag“-Datei und dem dazugehörigen Passwort an der Desktopanwendung OTC Client an:

Von |2025-12-15T14:03:15+01:0015. Dezember 2025|

Wie laufen Pentests in Zeiten hybrider Cloud-Umgebungen ab?

Wir bei der NSIDE haben uns ein Ziel gesetzt: Realistische Angriffssimulationen durchzuführen und damit reale, greifbare Risiken aufzeigen. Dies zieht sich durch jeden unserer Pentests. Wir sind der Meinung: was nicht nachgewiesen werden kann landet auch nicht im Bericht (außer natürlich es gibt eindeutige Indikatoren, dass es trotzdem problematisch sein kann oder es sind Verstöße gegen Best-Practices).

Mit einer immer stärkeren Verbreitung von Cloud-Infrastruktur und einem Shift von klassischer On-Premises-Infrastruktur hin zu großen Cloudanbietern hat sich auch die Art und Weise geändert, wie wir Pentests durchführen.

Klassische Pentests

Unsere Pentests des internen Netzes und Active Directory laufen für gewöhnlich so ab: wir lassen uns von unserem Kunden einen Laptop zuschicken und senden selber unsere sogenannte Pentest-Box an den Kunden. Diese Box wird genutzt, um einen Angreifer mit Zugang […]

Von |2025-12-17T16:38:27+01:0012. Dezember 2025|

Wie Pentester Unternehmen, für die KRITIS, NIS2 oder ISO 27001 relevant sind, effizient weiterbringen

Die Anforderungen an die Informationssicherheit steigen. Mit Regelungen wie BSIG, ITSiG / ITSiG 2.0, BSIKritisV, ISO 27001 und seit Neuem NIS2 rückt die Frage in den Mittelpunkt: Wie beweise ich, dass meine Sicherheitsmaßnahmen wirksam sind?
Genau hier kommen Penetrationstests ins Spiel. Sie sind nicht nur technisches Pflichtprogramm, sondern ein entscheidender Baustein für Compliance, Risikomanagement und Revisionssicherheit.
Auch die praktische Unterstützung von Pentestern bei der Implementierung und der Pflege eines ISMS  ist oft Gold wert.

Warum klassische Risikoanalysen allein nicht mehr reichen

KRITIS, NIS2 und ISO 27001 verlangen eine risikobasierte Herangehensweise. Doch theoretische Matrixbewertungen können nur begrenzt abbilden, wie Angreifer tatsächlich vorgehen würden.
Pentests schließen diese Lücke: Sie zeigen reale Schwachstellen, priorisieren Risiken anhand tatsächlicher Ausnutzbarkeit und liefern harte Daten, die Auditoren anerkennen.

Ergebnis: Eine Risikoanalyse, die sich nicht auf Annahmen stützt, […]

Von |2025-12-16T18:15:56+01:0020. November 2025|

Asset Discovery über Zertifikate

In Projekten werden wir oftmals beauftragt, sogenannte OSINT-Analysen („Open Source Intelligence“) durchzuführen, in denen je nach Anforderung unterschiedliche Aspekte der (IT-) Sicherheit anhand öffentlich zugänglicher Daten näher betrachtet werden sollen. Besonders ausführlich fällt diese Analyse bei TIBER/DORA oder Red/Purple Team Assessments aus, wobei ein möglichst ganzheitliches Bild der potenziellen Angriffsfläche bzw. der Bedrohungslage erfasst werden soll, beispielsweise hinsichtlich:

  • Vorhandener IT-Infrastruktur und deren Schwächen
  • Möglicher physischer Angriffsvektoren
  • Schützenswerten Informationen, die eventuell öffentlich zugänglich sind
  • Gestohlener Passwörter
  • Bedrohungslage durch reale Akteure
  • U.v.m.

Unabhängig davon was genau gefordert wird – das übergeordnete Ziel bleibt immer konstant: Unterschiedlichste Informationen auszumachen, die öffentlich verfügbar und für Angreifer interessant, also einem Angriff zuträglich, sein könnten.
Doch schon beim ersten Punkt (dem Identifizieren von vorhandener IT-Infrastruktur) kann man sich wundern, wie genau das eigentlich […]

Von |2025-12-15T10:45:53+01:0028. Oktober 2025|

Chalk and Debug – ein Angriff im Schatten von S1ngularity und Shai-Hulud?

Spätestens seit dem SolarWinds Angriff 2020 rückt die Software Supply Chain aufgrund der von Ihr ausgehenden direkten Gefährdung von Softwareprojekten innerhalb von Unternehmen immer mehr in den Fokus der IT-Sicherheit. Innerhalb der letzten Wochen zeigte sich erneut, wie anfällig zentrale Distributionsplattformen für Open-Source-Komponenten sind: Die Paketquelle NPM wurde gleich drei Mal kompromittiert – jeweils mit dem Ziel, Schadcode über weit verbreitete Bibliotheken in Entwicklungsumgebungen einzuschleusen.

Diese Angriffe verdeutlichen eindrücklich, dass selbst weit verbreitete Paketquellen wie NPM keine absolute Sicherheit bieten und sich zunehmend zu einem attraktives Angriffsziel innerhalb der Software-Lieferkette entwickeln. Neben den bekannteren und größeren Angriffen der letzten Wochen, S1ingularity und Shai-Hulud, wurden auch in einem unbekannteren, weiteren Angriff 18 Pakete mit mehreren Milliarden Downloads pro Woche mit einem Crypto-Trojaner infiziert. In diesem Blogbeitrag […]

Von |2026-01-12T12:26:02+01:0030. September 2025|
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